Im letzten Beitrag ging es einmal um ein ernstes Thema, mögliche Zusatzuntersuchungen in der Schwangerschaft. Dabei stellt sich bei werdenden Eltern  nicht nur die Frage, „Was möchte ich überhaupt wissen?“, sondern bei gesetzlich Versicherten häufig auch das „Was zahlt meine Krankenkasse?“ Denn nicht jede Zusatzleistung wird auch automatisch von jeder Kasse bezuschusst. Die Unterschiede sind riesig und als Versicherter ist es häufig gar nicht so einfach, sich durch den Infodschungel zu schlagen. Eine gute Übersicht für die Kassenleistungen in der Schwangerschaft bietet meines Erachtens diese nette Webseite, auf die wir beim Recherchieren gestoßen sind: Krankenkasseninfo.de (sieht auf den ersten Blick seriös aus und gibt zumindest einen groben Überblick, auch wenn dies wohl eine kommerzielle Seite ist).

Problemstellung bei den meisten wie bei uns: Wenn die Untersuchung anfällt, ist ein Krankenkassenwechsel zu spät. Wir hatten uns wie berichtet für ein Erst-Trimester-Screening mit Nackenfaltenmessung bzw. Nackentransparenzmessung entschieden. Kosten rund 200 Euro, die wir gern bezahlt haben. Bei der DAK Gesundheit, Kasse mit den aktuell höchsten Zusatzbeiträgen, haben wir dann höflichst eine Bezuschussung angefragt. Ergebnis: Verblüffende Antworten, siehe  im „offenen Brief“ an die DAK Gesundheit anbei. Gesendet am Freitag. Anwort noch offen.

Fortsetzung folgt.

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Liebes DAK-Team,

gern möchten wir noch einmal bezüglich der Nackentransparenzmessung in der Schwangerschaft auf Sie zukommen. Wir haben eine Nackenfaltenmessung freiwillig durchführen lassen und über meine Frau als DAK-Versicherte höflichst eine Erstattung bei Ihnen angefragt. Die Ablehnung war wenig überraschend und für uns ist dies zunächst auch soweit ok. Was sich aber in den nachfolgenden Telefonaten mit der „Besten Krankenkasse für Familien“ (und zugleich der Kasse mit dem höchsten Zusatzbeitrag) inhaltlich offenbarte, ließ uns jetzt ziemlich verwundert und ehrlich geschrieben auch etwas erschrocken zurück.

Gerade im Kontext Ihrer Aussagen:

„Qualität wird bei der DAK-Gesundheit groß geschrieben. Dies gilt sowohl für die Leistungsangebote und den Kundenservice als auch für den Anspruch gegenüber Leistungserbringern und Vertragspartnern. Dieser Qualitätsanspruch wird durch mehrere Krankenkassentests diverser Magazine und Zeitschriften sowie Qualitätskontrollen des TÜV Rheinland bestätigt.“ (vgl.: http://www.dak.de/dak/unternehmen/Auszeichnungen-1075634.html)

Auf eine Bezuschussung der Nackentransparenzmessung verzichten wir selbstverständlich. Wir würden aber gern von Ihnen wissen, wie Sie zu folgenden Aussagen Ihrer Fachberater stehen. Die Namen Ihrer Berater möchten wir hier nicht erwähnen, Sie können dies sicher für sich intern bei Bedarf nachvollziehen.

DAK zur Nackentransparenzmessung: „Wir halten diese für nicht sehr sinnvoll. Diese sagt nichts aus. Ihr Kind kann gesund sein und trotzdem ein unerwünschtes Ergebnis herauskommen. Halte ich für teuer und überflüssig.“

Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage beurteilen Sie dies?

Zu Risikoschwangerschaften: „Das Durchschnittsalter für Erstgebärende liegt ja bei um die 40. Schwangere werden ja immer älter. Haben hier sehr viele mit einer Schwangerschaft um die 40 Jahre. Das heißt Sie haben auch mit 35 und älter keine Risikoschwangerschaft.“

Weil also Schwangere immer älter werden, sinken damit auch die Risiken? Unsere Zahlen zum Durchschnittsalter in Deutschland wie am Telefon erwähnt:  29,5 Jahre beim ersten Kind. (vgl. Statistisches Bundesamt, 2014)

Zu Frauenärzt(inn)en und der Nackentransparenzmessung: „Dies ist ein sensibles emotionales Thema, das Frauenärzte gerne ausnutzen. Die Nackentransparenz-Messung wird den Schwangeren von Frauenärzten sehr häufig aufgedrängt.“

Das teils umstrittene Thema IGEL-Leistung ist uns bewusst. Dennoch ein harter Vorwurf. Auf welcher Grundlage schätzen Sie dies so ein?

DAK zur Erstattung anderer Kassen: „Dass dies mehrere Kassen bezuschussen, stimmt nicht – dies macht vielleicht maximal eine einzige.“

Nach unserer einfachen groben Online-Recherche wird dies wie bereits am Telefon erwähnt von etlichen Krankenkassen übernommen (die fast alle niedrigere Beiträge haben als die DAK Gesundheit). Siehe hier: http://www.krankenkasseninfo.de/krankenkassen/test/schwangerschaft/nackenfaltenmessung-69

Wir möchten an dieser Stelle auch nicht „klugscheißen“, würden die Aussagen Ihrer Fachberater aber sehr gern besser verstehen. Da es sich hier, wie Sie selbst als Kasse sagen, „um ein sehr sensibles Thema handelt“, sollten Versicherte nicht durch derartige Beratungen zu Verunsicherten werden.

Freuen uns sehr auf Ihre Rückmeldung!

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