Vorsorgen und Sicherheit in der Schwangerschaft – wichtige Themen, die auch uns als werdende Eltern sehr beschäftigen. Grundsätzlich bieten die Krankenkassen hierzulande ein rundum engmaschiges Vorsorge-Programm bis zur Geburt an, das viele Eventualitäten abdeckt. Doch es gibt auch einige Zusatzuntersuchungen, die vom „Patienten“ je nach Kasse selbst bezahlt werden müssen. Ersttrimester-Screening, Toxoplasmose-Test oder auch Streptokokken-Untersuchung – diese und andere sogenannte individuelle Gesundheitleistungen, „IGEL“ genannt, kosten bei mancher Kasse extra und sind teils umstritten. Gretchenfrage: Sinnvoll oder nicht? Nettes Zusatzhonorar für den Frauenarzt oder hilfreiche Untersuchungen für uns als werdende Eltern? 

Auch wir haben uns diese Frage(n) gestellt. Und uns für ein Erst-Trimester-Screening in der 12. Schwangerschaftswoche entschieden (meist in der 11.-14. Woche). Durchgeführt wurde speziell die Nackenfaltenmessung inklusive einer Blutwertmessung. „Nackenfalte was?“, dachte ich zunächst. Aber die Idee dahinter ist recht simpel. Dabei wurde beim kleinen Embryo-Zwerg im Ultraschall eine mögliche Flüssigkeitsansammlung – wie der Name schon sagt – Nackenbereich gemessen und bei der werdenden Mutti einmal etwas Blut abgezapft. Ziel: Mögliche „anlagebedingte“ Fehlbildungen in einer frühen Schwangerschaftsphase erkennen bzw. ein Risiko für Fehlbildungen wie Trisomie 21 abschätzen zu können. Vor allem für Frauen ab 35 wird dies empfohlen. Die Untersuchung ist „lediglich“ eine Risikoanalyse, keine Diagnose. Die Auswertung liefert also lediglich einen statistischen Wert und die Aussage, „es könnte ein Risiko bestehen“. Das Baby aber kerngesund sein. Ein unerwünschtes Ergebnis erfordert dann eine genauere Diagnostik wie eine Fruchtwasser-Punktion – die an sich ebenfalls ein wenn auch geringes Risiko für das Ungeborene birgt. Bei uns dank geringem Risiko nicht notwendig.

Unabhängig von der Untersuchung stellt sich für angehende Eltern wie uns mit derartigen Untersuchungen eine grundlegende Frage: Was will ich wissen und was mache ich damit? Natürlich will jeder nur das beste fürs Kind. Die Entscheidung für diesen Test ist daher erst nach ausführlicher Beratung der Frauenärztin gefallen. Wer sich nicht so leicht verunsichern lässt kann meiner Meinung durch eine solche Zusatzuntersuchung durchaus einen Mehrwert haben. Allerdings sollte Euch, solltet ihr eine Testung planen, auch bewusst sein, dass das Warten auf die Ergebnisse durchaus eine angespannte Phase sein kann. Denn die Nackenfalte ist schnell gemessen, aber die Blutwerte dauern doch meist ein paar Tage.

Mein Fazit: Machen oder nicht machen, dass ist hier die Frage. „Es kommt drauf an“, wie der Ökonom zu sagen pflegt. Entscheiden muss dies am Ende jeder selbst.

P.S.: Was die Krankenkasse DAK Gesundheit dazu sagt und unser „freudiger“ Dialog dazu folgt in einem separaten Beitrag. 

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