Männer, die Frau muss zur Geburt so entspannt sein, wie ein Hefeteig, der sanft über den Schüsselrand quillt! Meint unsere Hebamme Simone. Das ist mal wieder der Moment, der Bilder im Kopf entstehen lässt und Fragen aufwirft. Wie viele der zehn angehenden Väter, die bereits ihren zweiten Geburtsvorbereitungskurs absolvieren, haben bereits selbst einmal einen Hefeteig gemacht? Ich meine mich zu erinnern, schon einmal zugeschaut zu haben, wie ein Hefeteig quillt. Aber wie lange dauert so ein aufquellender Hefeteig? Und woran erkenne ich, ob er wirklich schon fertig fürs Ausbacken ist?

Das ruft Parallelen auf den Plan. Letztlich ist ein Kind erzeugen doch auch nichts anderes wie das Vorbereiten und Backen eines Hefeteigs. 

Zunächst benötigt man ja erst einmal frische Hefe, die nicht abgelaufen ist. Das Ablaufdatum variiert, manche Hefe meint schon Mitte 30 dem Ablaufdatum nah zu sein, aber i.d.R. hält sich eine gute Hefe biologisch betrachtet doch bis Anfang 50. Ist einmal die richtige Hefe in der Schüssel, müssen noch einige Zutaten dazu. Sonst gelingt das Wunschrezept nicht. Jede Menge Zeit, Toleranz, Verständnis, Ausdauer, Nähe und Respekt sollten auf der Zutatenliste stehen. Sehr hilfreich zum Gelingen eines guten Hefe-Rezeptes sollen auch ausreichend Wein oder Alkohol sowie leckeres Essen sein.

Die ganzen Zutaten  sind dann mit dem Handrührgerät (Knethaken-Einsatz nur wenn die Hefe das möchte) oder in einer Küchenmaschine ca. 10 Minuten zu kneten, bis der Teig eine weiche Beschaffenheit vorweist. Bei einigen Punkten gehen die Meinungen der Rezepte allerdings auseinander. So ist die Wahrnehmung der Zeit (wie lang sind 10 Minuten tatsächlich) und die Einschätzung gerade der weichen Beschaffenheit zwischen Hefe und Kneter oft unterschiedlich.

„Danach den Hefeteig an einem warmen Ort aufgehen lassen, bis er sich mindestens um das Doppelte vergrößert hat oder in eine Schüssel mit Deckel geben und über Nacht einfach in den Kühlschrank stellen“, meinen die Chefköche von Chefkoch.de. Das gelingt doch ziemlich häufig und ist geeignet für „Krapfen, Ausgezogene, Dampfnudeln, Rohrnudeln, Nussschnecken, also für alles was süß ist“.

Das ist jetzt der Punkt, an dem Hebamme Simone also mit Geburtsvorbereitungskurs #2 ansetzt: Beim Ausbacken der Nussschnecke oder der Dampfnudel.  

Nach zwei Vorbereitungskursen habe ich tatsächlich so etwas wie eine Vorstellung, wie eine Geburt abläuft und welche Rolle der werdende Vater im Kreißsaal spielt. Teil #2 mit Hebamme Simone hat uns Göttergatten neben viel Theorie auch diesmal wieder etwas Praktisches mitgegeben. Zum Beispiel den tatkräftigem Einsatz von Igelbällen mit Handarbeit und wo und wie die Frau während der Wehen knetend noch ein wenig unterstützt werden kann. Leichter Druck aufs Kreuzbein kann doch während der Wehe für wundersame Erleichterung sorgen und Massage in den Pausen für Entspannung sorgen. Fazit wie in Teil 1: Männer, kümmert Euch um Eure Frauen! 

Hier geht´s zu Teil #1:

Endgegner Kreißsaal – Geburtsvorbereitungskurs #1

 

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